Wenn das Buch den Autor prägt

Am Anfang eines neuen Buchprojektes steht immer ein Thema das mir sehr am Herzen liegt und von dem ich das Gefühl habe, dass ich etwas zu dessen tieferen Verständnis beitragen kann. Und obwohl ich das Buch schreibe, bin ich mir sehr deutlich bewusst, dass das Buch und dessen Themen auch mein Leben umgestaltet. Es ist ein bisschen wie Kinder kriegen: Du prägst sie, aber sie verändern auch dich. Und wie bei Kinder kriegen, kann man sich nie genug vorbereiten. Jedes Buch führt mich weit über meine Komfortzone hinaus und ich muss weit über mich hinauswachsen in diesem Prozess.
Irgendwie bin ich immer mein eigenes Versuchskaninchen, weil ich nochmals auf einer tieferen Ebene als zuvor das selbst durchlebe worüber ich schreibe. „Herzenswege“ hat mich mehr gewandelt, als alles was ich zuvor erlebte und ich stelle fest, wie schwierig es ist diejenige zu präsentieren, die ich auf diesem Weg geworden bin.

Mit meinem Herzensweg waren bei mir auch einige reale Reisen verbunden. Wer wirklich zu verreisen versteht, sich tief auf eine fremde Kultur einlässt und für diese wirklich öffnet, versteht, wie schwierig es ist den daheimgebliebenen Lieben zu vermitteln, was man erlebt hat und wie dies das eigene Sein umgestaltete. So geht es auch mir.
Ich habe mich in den letzten zwei Jahren mir selbst mehr angenähert als ich es jemals für möglich gehalten hätte. Ich weiss, dass ich es denen die diese Erfahrungen nicht gemacht haben, niemals völlig erklären kann wer ich wurde. Eine meiner Reisegefährtinnen hat mich aber kürzlich darauf aufmerksam gemacht, dass meine Schwierigkeiten das Buch zu beenden und zu veröffentlichen auch mit der Tatsache zu tun hat, dass ich damit nicht länger vermeiden kann, die zu zeigen die wurde. Ich kann nicht länger so tun als sei ich die alte Anja, nur weil meine Umgebung diese vorziehen würde. Ich muss die zeigen die ich jetzt bin. Das ist der vielleicht schwerste, aber auch der schönste Schritt auf dem Herzensweg: Zu sich selbst zu stehen, egal wen oder was man dabei verliert.
Denn eines kann auch auch sagen: Ich habe unendlich viel gewonnen auf diesem Weg. Ich bin ein sehr viel glücklicherer und erfüllterer Mensch geworden, als ich mir jemals habe vorstellen können.
Und genau das ist der Grund warum ich wagen muss dies zu teilen; um den Weg leichter zu machen und all die zu ermutigen, die es auch auf den Weg zu sich selbst zieht. <3 <3 <3

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